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Drei Türme

Der Grüne Wald ist vor allem wegen den charakteristischen drei Türmen, die sich in seinem süd-westlichem Teil befinden, bekannt. Zwei von ihnen waren Zeugen ungewöhnlicher historischer Ereignisse, die ehemals in der Niederlausitz stattfanden, der dritte – in der Gegenwart aufgestellt – dient zu Feuerwehrzwecken.

Aussichtsturm aus dem 19. Jahrhundert

Wenn man sich Richtung Osten von der Żarska Góra (Rückenberg) begibt, inmitten von weiten Buchenwäldern steht ein 16 Meter hoher Aussichtsturm aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Man verdankt ihn der Aktivität des Verschönerungsvereins der Stadt Sorau, der obwohl seine Tätigkeit in Opposition zu der damaligen Macht führte, sich effektiv um Ausbau der Touristikinfrastruktur, sowie Erhalt der traditionellen Architektur von Sorau und Umgebung, bemühte. An diese Tatsache erinnert eine deutschsprachige Gedenktafel, die in den 2015/2016 renovierten Turm eingemauert wurde.

Gedenktafel über dem Turmeingang. Quelle: Assist Media

Weil der ehemalige Vorsitzende des Verschönerungsvereins der Stadt Sorau – J.H. von Francois mit der Armee verbunden war, gab man dem Turm militärisches Aussehen. In der Form ist er an das sog. Blockhaus, also einen durch Befestigungen umgebenen Bau, angelehnt. Den militärischen Charakter unterstreicht auch die Umfassung der Aussichtsterrasse, die auf eine Festung stilisiert ist.

Aussichtsturm aus dem 19. Jahrhundert. Quelle: Assist Media

Außer den postglazialen Steinen hat man zum Bau auch Ziegeln aus der nahegelegenen Ziegelei verwendet. Aus diesem Grunde wird der Turm heute „Roter Turm" oder „Ziegelturm" genannt. Nach oben führen 86 Metallstufen. Aus der Aussichtsterrasse hat man einen Blick auf die malerische Landschaft des südlichen Teils der lebuser Wälder und in der Ferne – bei guten Sichtverhältnissen – kann man denn höchsten Gipfel des Riesengebirges – 1602 Meter hohe Schneekoppe. Gegenwärtig befindet sich am Turm eine der Haltestellen des naturwissenschaftlichen Waldweges, wo man sich in der Ruhepause mit der auf Polnisch und Deutsch geschriebenen Geschichte des sanierten Turmes bekanntmachen kann.

Informationstafeln am Aussichtsturm.

Steinturm aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts

Zweiter, sich auf dem Gebiet des Grünen Waldes befindlicher Turm ist ein aus Stein und Granitblöcken gebauter Turm, der „Steinturm" genannt wird. Er entstand aus einer Initiative der Sorauer Sektion des Riesengebirgsvereins, die mit dem Verschönerungsverein der Stadt Sorau verbunden war.

Ziel der Errichtung dieses Baus waren touristische Aspekte und Anlass zur Tat war der 80. Geburtstag des Reichskanzlers – Otto von Bismarck. Leider konnte man aufgrund der beiden Weltkriege und des Geldmangels den Bau nicht beenden. Geplant war ein Turm mit 42 Meter Höhe, mit einer Aussichtsbalustrade abgeschlossen. Außer zu touristischen Zielen, für die er gebaut wurde, wurde der Turm in der Nachkriegszeit von den Förstern zu Beobachtungszwecken in Rahmen der Feuerwehr, benutzt.  

Steinturm. Quelle: Assist Media

Wenn man in der Nähe des Turms ist, empfiehlt sich ein kurzer Aufenthalt am Denkmal des ehemaligen Försters des Żary-Waldes – Ebert, sowie einige Dutzend Meter weiter gelegene Überreste eines Steinkreises. Dieser Ort wurde früher durch Touristen als ein Treffplatz, bei den man Volkslieder sang, benutzt.

Feuerwehrturm

Wegen großer Zahl an Feuer, die in den 80. Und 90. Jahren des vergangenen Jahrhunderts stattfanden, hat man zur frühen Warnung auf den Żary-Anhöhen einen Feuerwehrturm errichtet.

32 Meter hoch, mit schlanker Metallkonstruktion, ist er der höchste der drei Türme des Grünen Waldes. Ein auf seiner Spitze wachender, durch Forstbezirk Lipinki eingestellter, qualifizierter Beobachter bewacht die umgebenden Waldbestände und informiert über jeden beobachteten Rauch, der auf ein Feuer hindeuten könnte.

Feuerwehrturm.Quelle: Assist Media

5 Brandschutzregeln.